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Milbenbefall bei Menschen (Krätze, Scabies): Wie erkennt man Milben beim Menschen?

Der Milbenbefall beim Menschen wird als Krätze oder Scabies bezeichnet. Bei Tieren spricht man von Räude. Die Krätzmilben können nur auf und in der menschlichen Haut überleben und sterben nach 48 Stunden außerhalb der Haut ab. Erfahren Sie hier die Antwort auf die Frage: Wie erkennt man Milben beim Menschen?

Wie erkennt man Milben beim Menschen?

Milbenbefall zu erkennen, ist für den geübten Mediziner mithilfe eines Dermatoskops meistens kein Problem. Laien und Ärzte, die nur selten Milben beim Menschen gesehen haben, können sich jedoch leicht täuschen und den Milbenbefall mit anderen Erkrankungen verwechseln.
Das Dermatoskop ist eine Art “Haut-Lupe”, die von Hautärzten und Allgemeinmedizinern verwendet wird, um Hautveränderungen genauer betrachten zu können. Bei Milbenbefall lassen sich beispielsweise die Gänge in der obersten Hautschicht erkennen. Diese Gänge sind ab einer bestimmten Größe auch für das unbewaffnete Auge gut sichtbar:

Es handelt sich um komma-förmige, unregelmäßig gewundene Papeln, die zwischen wenigen Millimetern bis zu einem Zentimeter lang sein können. Häufig findet sich am Ende ein kleines Bläschen. Bei einer Erstinfektion vergehen zwei bis fünf Wochen bis zur Ekzem-Reaktion: Aufgrund des aktivierten Immunsystems entsteht ein Hautausschlag, der Papeln und teilweise verkrustete Bläschen auf gerötetem Grund beinhaltet. Nicht nur die Stellen, die von Milben befallen sind, jucken, sondern der ganze Körper. Wenn ein Mensch sich erneut mit Krätzmilben infiziert, tritt der juckende Hautausschlag bereits nach ein bis vier Tagen auf.

Milben befallen am liebsten warme Körperregionen, deren Haut nur schwach verhornt ist. Dort können sie leichter eindringen und finden beste Bedingungen für die Eiablage. Entsprechend sind die Zwischenräume der Finger und Zehen, die Handgelenke, der Bereich um die Brustwarzen, das männliche Genitale, die Region um den Nabel und die Achselfalten häufig betroffen.

Vorgeschädigte Haut bietet Bakterien leichten Zugang für Eindringen, Wachstum und Vermehrung. Daher kommt es nicht selten vor, dass die Hautdefekte und der Hautausschlag von Bakterien infiziert werden. In der Folge bilden sich eitergefüllte Pusteln.

Symptome bei Milbenbefall:

  • starker Juckreiz am ganzen Körper, besonders nachts
  • rote Flecken
  • Papeln, Bläschen, Krusten
  • teilweise sichtbare Gänge in der obersten Hautschicht
  • zwei bis fünf Wochen nach Erstinfektion: Hautausschlag (tritt bei erneuter Infektion nach ein bis vier Tagen auf)

Womit kann die Krätze verwechselt werden?

Die Krätze kann mit einem allergischen Hautausschlag oder mit dem Befall anderer Parasiten wie Flöhen, Läusen, Bettwanzen, “Tiermilben” und anderen Milbenarten verwechselt werden. Wenn zusätzlich eine bakterielle Superinfektion vorliegt, kann irrtümlich die Diagnose einer Follikulitis oder Impetigo contagiosa gestellt werden. Häufig ist die Verwechslung mit einem allergischen Kontaktekzem oder mit Neurodermitis, insbesondere da durch Anwendung einer Glukokortikoid-haltigen Salbe oder Creme zunächst eine Besserung eintritt! Wenn ein Hautekzem nicht ausheilt, sollte immer an Milben gedacht werden.

Bei Kindern, vor allem Mädchen im Grundschulalter, können Milben mit Läusen verwechselt werden. Die Kopflaus befällt die behaarte Kopfhaut, die Filzlaus den Schambereich, die Augenbrauen und die Wimpern, während die Kleiderlaus nicht nur die Kleidung, sondern jede Form von behaarter Haut bewohnt.
Wenn Papeln in einer Reihe oder in einem Haufen auftauchen, könnte es sich um Flohbisse handeln, vor allem wenn zuvor Kontakt zu Tieren wie Katzen, Hunden, Hühnern, Tauben oder Igeln bestand.
Tiermilben von Hund oder Katze können eine “Pseudoskabies” auslösen, bei der zwar Papeln und Bläschen auftreten, aber die Milben keine Gänge in die menschliche Haut graben können.

Die Trombidiose, die im Volksmund auch “Erntekrätze” oder “Herbstbeiß” genannt wird, tritt häufig im Spätsommer und Herbst nach dem Aufenthalt auf einer Wiese auf. In den dortigen Büschen und Sträuchern leben die Trombiculidae, die Larven der Ernte- oder Herbstmilbe (Neotrombicula autumnalis). Die Erntekrätze äußert sich zuerst durch starken Juckreiz, danach erscheinen Quaddeln, Papeln und Blasen auf der Haut.
Selten ist der Befall durch die tropische Rattenmilbe (Ornithonyssus bacoti), die eigentlich nur Kleinsäuger wie Mäuse, Hamster und Ratten befällt. Halter dieser Tiere können in Ausnahmefällen befallen werden. Die Behandlung sollte in Zusammenarbeit mit dem Tierarzt erfolgen.

Wie erkennt man Milben beim Menschen? – Einfach ist das für den Laien nicht, darum sollten Sie sich an ihren Hausarzt werden. Im Zweifel kann dieser Ihnen raten, einen Hautarzt hinzuzuziehen. Der Milbenbefall ähnelt anderen Erkrankungen, sodass bei nicht heilenden Hautausschlägen oder wiederkehrenden Parasitenbissen möglicherweise eine Fehldiagnose und daher unzureichende Behandlung vorliegt. Da Krätzmilben durch direkten Hautkontakt übertragen werden, sollten enge Kontaktpersonen stets mitbehandelt werden

Quellen:

MIAMED Amboss Klinik Arzt-Modus (kostenpflichtiger Arzt-Zugang). Stichworte: Milben, Läuse, Neurodermitis, allergisches Kontaktekzem; zuletzt aufgerufen am 01.03.19

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