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Apnoe – Wenn uns der Atem fehlt

ApnoeWenn uns der Atem fehlt

Das Atmen geschieht von ganz alleine, ohne dass der Mensch darüber nachdenken müsste. In manchen Situationen muss der Atem angehalten werden, zum Beispiel beim Apnoe-Tauchen. In anderen Fällen fällt die Atmung aus Krankheitsgründen aus.

Was ist eine Apnoe?

Das vollständige Aussetzen der Atmung für mindestens zehn Sekunden wird als Apnoe oder Atemstillstand bezeichnet. Eine erschwerte oder eingeschränkte Atmung trägt den Fachbegriff “Dyspnoe”. Der Atemstillstand kann gewollt herbeigeführt werden, allerdings kann der Mensch die Luft nicht beliebig lang anhalten, da der Körper unbedingt Kohlenstoffdioxid loswerden muss und frischen Sauerstoff benötigt. Der steigende Kohlenstoffdioxid-Gehalt im Blut ist letztendlich der Trigger, der den Menschen zum Atemholen zwingt. Der Rekord im Luftanhalten liegt bei 24,03 Minuten nach dem Einatmen von reinem Sauerstoff und wird vom spanischen Freediver Aleix Segura gehalten. Normalerweise tritt nach zwei Minuten ohne Sauerstoff eine Bewusstlosigkeit ein. Ein Atemstillstand, der länger als zehn Minuten dauert, gilt als unsicheres Todeszeichen in der Rechtsmedizin.

Bei welchen Erkrankungen treten Apnoen auf?

Grundsätzlich sind vier Möglichkeiten vorstellbar, die zu einer Apnoe führen können. Erstens kann der Atemweg blockiert sein, zum Beispiel durch einen verschluckten Fremdkörper, der in der Luftröhre steckenbleibt. Zweitens kann eine Störung im Atemzentrum vorliegen, das sich im Hirnstamm befindet. Die Ursache dafür kann zum Beispiel ein Schlaganfall sein. Drittens kann die Atemmuskulatur, allen voran das Zwerchfell, gelähmt sein, sodass das Luftholen und das Ausatmen nicht mehr möglich sind. Verschiedene Nervenerkrankungen können ebenso wie eine Infektion mit dem Polio-Virus zu einer Lähmung der Atemmuskulatur führen. Viertens können Vergiftungen den Atemantrieb stören. Zu möglichen Giften zählen unter anderem Gase wie Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, das Genussmittel Alkohol und andere (illegale) Drogen sowie eine Überdosis von Medikamenten. Opiate (starke Schmerzmittel), Barbiturate (Schlafmittel) und Narkotika (Narkose-Mittel) können den Atemantrieb aufheben.

Krankheiten mit Apnoe-Phasen

– Verlegung der Atemwege: Fremdkörper-Aspiration, Schlafapnoe

– Schädigung des Atemzentrums (zum Beispiel beim Schlaganfall)

– Lähmung der Atemmuskulatur (zum Beispiel Guillain-Barré-Syndrom, Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Multiple Sklerose (MS), Poliomyelitis)

– Vergiftungen: Alkohol, Schlafmittel, Opiate, Narkose-Mittel, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid

Warum ist ein anhaltender Atemstillstand tödlich?

Beim vollständigen Atemstillstand entstehen für den Körper zwei große Probleme: Das Kohlenstoffdioxid verbleibt im Blut und macht das Blut sauer. Die Mediziner bezeichnen dies als “Azidose”. Beim gesunden Menschen liegt der pH-Wert des Blutes zwischen 7,35 und 7,45. Bei Werten unter 7,35 ist das Blut zu sauer und je saurer das Blut ist, desto schlechter können Enzyme arbeiten und desto stärker werden die Blutsalze gestört. Die Verschiebung der Blutsalze kann tödliche Herzrhythmusstörungen verursachen. Fällt der pH-Wert des Blutes unter 7,0 ist dies nicht mehr mit dem Leben vereinbar.

Das andere Problem stellt der Mangel an Sauerstoff dar, der mit dem Fachbegriff “Hypoxie” bezeichnet wird. Die Hypoxie kann tödlich verlaufen, weil jede Zelle Sauerstoff benötigt, um Energie zu gewinnen und ihren Aufgaben im Körper nachzukommen. Ohne Sauerstoff sterben die Zellen ab. Zuerst betrifft dies bestimmte Zellen in der Niere und nach zwei bis drei Minuten gehen Gehirnzellen zugrunde.

Was versteht man unter dem Schlafapnoe-Syndrom?

Das Schlafapnoe-Syndrom ist gekennzeichnet durch mehrfache Atemaussetzer in der Nacht, die zu Beschwerden führen. Betroffene merken zumeist nichts von den Apnoen, die sie in der Nacht sogar mehrfach zum Aufwachen bringen. Häufig berichtet der Bettpartner von einem lauten und vor allem unregelmäßigen Schnarchen des Betroffenen. Durch den nicht erholsamen Nachtschlaf sind Patienten mit Schlafapnoe-Syndrom tagsüber müde, können sich schlecht konzentrieren und zeigen eine verminderte Leistungsfähigkeit. In Folge der Schlafapnoe kann sich ein Bluthochdruck entwickeln, was das Herz und die Blutgefäße schädigt.

Erwachsene mit Schlafapnoe sind häufig übergewichtig, wohingegen betroffene Kinder oftmals vergrößerte Rachenmandeln aufweisen.

Die Diagnose des Schlafapnoe-Syndroms wird im Schlaflabor gestellt. Hier werden die Apnoe-Phasen genau aufgezeichnet und bewertet. Die Therapie erfolgt anhand der Ursache der Schlafapnoe, dem Schweregrad und dem Wunsch des Patienten. Beispielsweise lassen sich vergrößerte Rachenmandeln operativ entfernen; ein leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom kann eventuell mit einer Schnarch-Schiene behoben werden. Bei den meisten Patienten ist das Mittel der Wahl die nächtliche nicht-invasive Beatmung über eine Maske. Der Einsatz von Überdruck hält die Atemwege offen, sodass keine Atemaussetzer entstehen.

Die Ursachen für eine Apnoe sind zahlreich und reichen von Drogen über Lungenerkrankungen bis zu neurologischen Krankheiten. Häufige Apnoe-Phasen in der Nacht können Teil eines Schlafapnoe-Syndroms sein. Ungewollte Atemaussetzer sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden.

Quellen:

MIAMED Amboss Klinik Arzt-Modus (kostenpflichtiger Arzt-Zugang). Stichworte: Apnoe, schlafbezogene Atmungsstörungen, Schlafapnoe-syndrom, Psychostimulanzien, Hirnstamm; zuletzt aufgerufen am 08.01.19

https://flexikon.doccheck.com/de/Apnoe; zuletzt aufgerufen am 08.01.19

https://www.thieme.de/viamedici/vorklinik-faecher-physiologie-1509/a/grenzen-des-menschlichen-koerpers-30370.htm?p=all; zuletzt aufgerufen am 08.01.1

http://awesomatik.de/24-minuten-luft-anhalten-apnoe-weltrekord/; zuletzt aufgerufen am 08.01.19

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