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Schluckbeschwerden und Kehlkopf-Erkrankungen

Schluckbeschwerden und Kehlkopf-Erkrankungen

Als Kehlkopf wird eine mit Knorpel ummantelte Schleimhautröhre bezeichnet, die vom unteren Schlund-Bereich in die Luftröhre führt. Von außen ist der Schildknorpel als “Adamsapfel” zu sehen, unterhalb des Schildknorpels befindet sich der Ringknorpel, auf den die Knorpelspangen der Luftröhre folgen. An weiteren Stell- und Spitzenknorpeln sind die Stimmbänder befestigt. Durch die Anspannung bestimmter Muskeln, die an den Knorpeln ziehen, werden die Stimmbänder geöffnet. Beim Schlucken sorgt der Kehlkopfdeckel (Epiglottis) dafür, dass Nahrung nicht in die Atemwege gelangt.

Wodurch können Schluckbeschwerden entstehen?

Schluckbeschwerden sind Folge einer Verengung im Bereich der Schluckstraße. Häufige Ursachen einer Verengung sind geschwollene Rachenmandeln und Schwellungen des Kehlkopfes. Meistens werden die Schwellungen durch Entzündungen verursacht. Selten und vor allem im höheren Lebensalter steckt eine bösartige Tumorerkrankung dahinter.

Schluckbeschwerden, die zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung zusammen mit Halsschmerzen auftreten, können harmlos sein. Eine starke Schwellung des Kehlkopfdeckels verursacht jedoch nicht nur Schluckbeschwerden, sondern kann auch zum Erstickungstod führen!

Erkrankungen mit Schluckbeschwerden:

Echter Krupp (Kehlkopfdiphtherie)

Diphtherie entsteht durch eine Infektion mit dem Bakterium Corynebacterium diphtheriae und kann in jedem Alter auftreten. Typisch sind ein bellender Husten, Heiserkeit und Schluckbeschwerden. Durch das schmerzhafte Anschwellen der Halslymphknoten erscheint der Hals von Betroffenen sehr dick, was als “Cäsarenhals” bezeichnet wird. Aufgrund zunehmender Schwellung des Kehlkopfes besteht Erstickungsgefahr!

Das Corynebacterium diphtheriae produziert einen Giftstoff, das Diphtherie-Toxin, das im ganzen Körper Schaden anrichten kann: Der Herzmuskel kann sich entzünden und es können Herzrhythmusstörungen auftreten. Durch Befall des Nervensystems können Missempfindungen und Lähmungen entstehen. Möglich sind außerdem akutes Nierenversagen und Lungenembolien. Eventuell tritt ein Multiorganversagen ein.

Selbst wenn nur der Verdacht auf eine Diphtherie besteht, gehört der Betroffene sofort ins Krankenhaus und muss isoliert werden, um nicht noch andere Menschen anzustecken. Ohne frühzeitige Gabe des Antitoxins endet die Diphtherie zu 25 % tödlich! Trotz Behandlung versterben immer noch fünf bis zehn Prozent der Diphtherie-Patienten.

Zum Schutz vor der möglicherweise tödlich verlaufenden Diphtherie wurde in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine Impfung eingeführt. Seitdem ist die Erkrankung sehr selten geworden.

Akute Angina tonsillaris (Mandelentzündung)

Eine akute Mandelentzündung wird in 70 bis 95 % der Fälle durch Viren ausgelöst, bei denen es sich zumeist um typische Erkältungsviren handelt. In 15 bis 30 % der Fälle besteht eine bakterielle Infektion, die sich auch zusätzlich zu einer viralen Infektion entwickeln kann. Am häufigsten erkranken Kinder an einer akuten Mandelentzündung, prinzipiell kann die Erkrankung aber in jedem Alter auftreten.

Zu den typischen Symptomen einer Mandelentzündung gehören Schluckbeschwerden, Fieber, Halsschmerzen, Mundgeruch sowie Übelkeit und Erbrechen. 80 % der Betroffenen sind bereits am dritten Erkrankungstag wieder fieberfrei und etwa ein Drittel auch ohne Schmerzen, selbst wenn kein Antibiotikum gegeben wurde. In den meisten Fällen, nämlich viralen Infektionen, ist die Gabe eines Antibiotikums ohnehin nicht notwendig. Die akute Mandelentzündung heilt üblicherweise von selbst aus.

Epiglottitis (Laryngitis supraglottica)

Die Epiglottitis ist eine Entzündung des Kehlkopfdeckels und wurde früher fast immer durch das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ausgelöst. Seitdem die Hib-Schutzimpfung eingeführt wurde, ist die Erkrankungen, die früher vor allem Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren betraf, sehr selten geworden.

Die Entzündungsreaktion führt zum Anschwellen des Kehlkopfdeckels, wodurch die Atemwege verengt und sogar vollständig verschlossen werden können. Innerhalb von wenigen Stunden entstehen Hals- und Schluckschmerzen, Schluckbeschwerden, eine veränderte Sprache und Atemnot. Gewöhnlich besteht kein Husten.

Da akute Erstickungsgefahr besteht, ist eine Krankenhausbehandlung immer notwendig! Bei adäquater Therapie ist die Prognose der Epiglottitis gut.

Kehlkopfkrebs

Kehlkopfkrebs betrifft vor allem Männer im Alter von 45 bis 75 Jahren, die in ihrem Leben viel geraucht und viel Alkohol getrunken haben. Frauen sind deutlich seltener betroffen, die Risikofaktoren Tabak und Alkohol sind jedoch identisch. Problematisch ist, dass der Kehlkopfkrebs zu Beginn keine Beschwerden verursacht. Als erstes Symptom können die Halslymphknoten anschwellen, weil sich dort erste Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden. Wenn Schluckbeschwerden auftreten, ist der Krebs bereits deutlich fortgeschritten und hat eine schlechte Prognose. Nur 15 bis 50 % überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnosestellung. Die Behandlung orientiert sich an der Art der Krebszellen, dem Befallsmuster, dem Tumorstadium und natürlich dem Wunsch des Patienten. Grundsätzlich wird die operative Entfernung des Tumors angestrebt. Zusätzlich werden Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt.

Schluckbeschwerden können hinweisend auf eine gefährliche Grunderkrankung sein. Gerade wenn die Beschwerden ganz plötzlich aufgetreten sind oder wenn sie lange anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abklären zu lassen.

Quellen:

MIAMED Amboss Klinik Arzt-Modus (kostenpflichtiger Arzt-Zugang). Stichworte: Kehlkopf, Epiglottitis, akute Angina tonsillaris, Echter Krupp, Diphtherie, Pharynxkarzinom; zuletzt aufgerufen am 06.01.19

Bild: Shutterstock/Khaoniewping

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