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Mein Baby hat Husten! Welche Hausmittel helfen?

Das körpereigene Abwehrsystem von Babys ist noch nicht völlig ausgereift, weshalb Viren und Bakterien leichter eindringen können. Daher neigen Babys zu Infekt-Symptomen wie Schnupfen, Husten und Heiserkeit. Husten entsteht durch gereizte Schleimhäute und sorgt dafür, dass Schleim, Eiter und Schadstoffe aus der Lunge transportiert werden.

Was hilft gegen trockenen Husten?

Bei trockenem Husten wird kein flüssiges oder schleimiges, weißliches oder grün-gelbliches Sekret abgehustet. Der Hustenreiz lässt sich gut mindern, indem die Schleimhäute feucht gehalten werden. Kinder sollten daher viel trinken, zum Beispiel (Lindenblüten-)Tee oder Milch mit ein wenig Honig, oder zuckerfreie Dragees lutschen, sofern sie sich daran nicht (mehr) verschlucken. Bei trockenem Reizhusten können sich außerdem Tees mit Isländisch Moos, Eibischwurzel, Malvenblättern oder Spitzwegerichkraut lindernd auf die Beschwerden auswirken. Den Kleinen tut darüber hinaus ein wenig feuchtere Raumluft gut: Legen Sie hierfür ein nasses Handtuch auf die Heizung.
In manchen Fällen hilft ein Brustwickel, zum Beispiel der Bienenwachswickel, um den Hustenreiz zu bekämpfen.
Trockener Reizhusten in der Nacht kann bei Kindern ab sechs Monaten mit Noscapin (Capval) gelindert werden. Das Arzneimittel ist unter anderem als Saft erhältlich.

Was hilft gegen Husten mit Schleim und Auswurf?

Befördert der Hustenstoß Sekret heraus, wird dies als “produktiver Husten” bezeichnet. Bei diesem sollten KEINE Hustenstiller verabreicht werden, um das Sekret nicht in der Lunge zurückzuhalten! Stattdessen sollte auf Hausmittel zurückgegriffen werden, die das Sekret dünnflüssiger und somit leichter abzuhusten machen. Nach dem ersten Lebensjahr dürfen Kinder Efeublätter-Trockenextrakt bekommen, dieser ist beispielsweise in Prospan Hustensaft enthalten. Ab dem zweiten Lebensjahr können Ambroxol oder N-Acetylcystein Kindern gegeben werden. Im Zweifel fragen Sie Ihren Kinderarzt! Die Kombination mit solchen Sekretlösern und Hustenstillern ist NICHT sinnvoll, um den natürlichen Hustenreiz nicht zu unterdrücken!

Was ist die Ursache für Husten?

Husten ist nur ein Symptom und deutet meistens auf eine Infektion hin. Typischerweise handelt es sich um eine Virusinfektion. Der Auswurf ist klar bis milchig. Während der Schnupfen bei einer viralen Infektion häufig innerhalb von sieben Tagen abklingt, kann der Husten etwa drei Wochen lang bestehen bleiben. Manchmal folgt auf eine Virusinfektion eine bakterielle Infektion, durch die sich der Auswurf gelblich-grünlich verfärbt. Eventuell ist dann die Gabe von Antibiotika sinnvoll, sodass ein Arzt konsultiert werden sollte.
Ebenfalls ein häufiger Auslöser von Husten ist das Verschlucken von Fremdkörpern (Fremdkörper-Aspiration, siehe nächster Absatz).
Wenn ein Baby nicht richtig durch die Nase atmen kann, erfolgt die Atmung größtenteils durch den geöffneten Mund, wodurch die Schleimhäute trockener werden und ein Hustenreiz entsteht. An der Rachen-Hinterwand zeigt sich typischerweise eine Schleimstraße. Handelt es sich bei der behinderten Nasenatmung um einen andauernden Zustand, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Dank Impfungen sind Erkrankungen wie Epiglottitis (bakterielle Infektion mit Haemophilus influenzae Typ b), Diphtherie (auch “Echter Krupp” genannt, bakterielle Infektion mit Corynebacterium diphtheriae) und Pertussis (“Keuchhusten”, bakterielle Infektion mit Bordetella pertussis) selten geworden. Die Erbkrankheit “Mukoviszidose” oder “Zystische Fibrose” wird heutzutage im Neugeborenen-Screening erfasst.

Die häufigsten Ursachen für Husten bei Babys und Kleinkindern:
– Virusinfektion
– Verschlucken von Fremdkörpern
– Behinderte Nasenatmung

Fremdkörper-Aspiration

Kleine Kinder sind sehr neugierig und führen vieles zum Mund. Hauptsächlich verschlucken Kinder zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr versehentlich Fremdkörper – am häufigsten handelt es sich um Erdnüsse. Auf das Verschlucken folgt üblicherweise eine anfallsartige Reizhustenattacke. Das Kind sollte dazu angeregt werden, kräftig zu husten, um den Fremdkörper heraus zu husten.

Säuglinge, die einen Fremdkörper verschluckt haben, sollten auf den Rücken gelegt und der Kopf tief gelagert werden. Dann wird der Brustkorb fünfmal ruckartig (aber bitte vorsichtig!) zusammengepresst, um einen Hustenstoß auszulösen. Bei älteren Kindern kann das Heimlich-Manöver versucht werden: Dabei wird das Kind von hinten umfasst und fünfmal ruckartig auf den Oberbauch gedrückt. Wenn Sie unsicher sind, wie die Manöver richtig auszuführen sind, verzichten Sie bitte darauf, sie auszuprobieren!
Wird der Fremdkörper durch das Husten oder die helfenden Maßnahmen nicht wieder aus der Luftröhre beziehungsweise deren abgehenden Ästen hinausbefördert, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um den Fremdkörper zu entfernen. Keinesfalls sollte selbst in den Rachen des Kindes gegriffen werden, wenn der Fremdkörper nicht klar zu sehen!

Verbleibt ein Fremdkörper in der Lunge, kann es sein, dass er in den ersten Tagen bis Wochen keinerlei Probleme bereitet. Allerdings begünstigt er ungünstige Verwachsungen in der Lunge und wiederkehrende Infektionen und führt auf Dauer zur Zerstörung des betroffenen Lungenabschnitts.

Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

Wenn Ihr Kind unter Luftnot leidet oder hohes Fieber hat, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Bringen Sie bitte den Impfpass des Kindes mit!

Quellen:

MIAMED Amboss Klinik Arzt-Modus (kostenpflichtiger Zugang für Ärzte). Stichworte: Fremdkörperaspiration, Pseudokrupp, Pertussis, Husten, Antitussiva, Expektoranzien. Zuletzt aufgerufen am 03.01.19

https://www.mutter-kind-gesundheit.de/kindergesundheit/krankheiten/infekte/erkaeltung-grippe/hausmittel/; zuletzt aufgerufen am 03.01.19

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