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Wann Sie bei einem Hexenschuss den Notarzt rufen sollten

Als Hexenschuss bezeichnet der Volksmund einen plötzlich auftretenden, stechenden Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule, auf den eine unterschiedlich ausgeprägte Bewegungseinschränkung folgt. Erfahren Sie hier, welche Ursachen einem Hexenschuss zugrunde liegen können und in welchen Fällen Sie bei einem Hexenschuss den Notarzt rufen sollten!

“Lumbago” oder “Lumbalgie” – medizinische Fachbegriffe für den Hexenschuss

Der Schmerzcharakter führte im Mittelalter dazu, dass Menschen glaubten, von einem übernatürlichen Wesen mit einem Pfeil beschossen worden zu sein. Nicht nur Hexen, sondern auch Alben (die auch für die Albträume verantwortlich gemacht wurden) oder Elfen kamen als mögliche Schützen infrage.
Mediziner sprechen von Lumbago oder Lumbalgie, wenn Patienten über Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule klagen. Wenn der Schmerz von der Lendenwirbelsäule ausgeht und in den Oberschenkel ausstrahlt, wird auch der Begriff “Femoralgie” gebraucht. Bei der Ischialgie treten Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus ischiadicus auf, betroffen sind die Rückseite des Oberschenkels, die Kniekehle, die Wade und Teile des Fußes. Die Ausprägung hängt von den befallenen Fasern ab.
Häufig handelt es sich bei einem Hexenschuss um einen “unspezifischen Rückenschmerz”, bei dem kein krankhafter Auslöser als Ursache für die Beschwerden gefunden werden kann. Nur in etwa 15 Prozent der Fälle lässt sich eine körperliche Ursache feststellen.

führte im Mittelalter dazu, dass Menschen glaubten, von einem übernatürlichen Wesen mit einem Pfeil beschossen worden zu sein. Nicht nur Hexen, sondern auch Alben (die auch für die Albträume verantwortlich gemacht wurden) oder Elfen kamen als mögliche Schützen infrage.
Mediziner sprechen von Lumbago oder Lumbalgie, wenn Patienten über Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule klagen. Wenn der Schmerz von der Lendenwirbelsäule ausgeht und in den Oberschenkel ausstrahlt, wird auch der Begriff “Femoralgie” gebraucht. Bei der Ischialgie treten Schmerzen im Versorgungsgebiet des Nervus ischiadicus auf, betroffen sind die Rückseite des Oberschenkels, die Kniekehle, die Wade und Teile des Fußes. Die Ausprägung hängt von den befallenen Fasern ab.
Häufig handelt es sich bei einem Hexenschuss um einen “unspezifischen Rückenschmerz”, bei dem kein krankhafter Auslöser als Ursache für die Beschwerden gefunden werden kann. Nur in etwa 15 Prozent der Fälle lässt sich eine körperliche Ursache feststellen.

Woher kommt der Hexenschuss?

Meistens lässt sich kein krankhafter Auslöser identifizieren. Harmlose Ursachen können eine ungünstige Bewegung, eine Muskelverhärtung oder eine Überbelastung sein. Die manuelle Medizin (Chiropraktik) macht häufig Blockierungen der Iliosakralgelenke (Kreuz-Darmbein-Gelenke) für einen Hexenschuss verantwortlich, die sich jedoch in der Bildgebung nicht nachweisen lassen. Behandelt werden sie durch das professionelle Einrenken.

In seltenen Fällen liegt dem Hexenschuss eine körperliche Ursache zugrunde, die einen Notfall darstellen kann! Wenn in der Vorgeschichte ein Unfall, ein multiples Myelom oder eine Verringerung der Knochendichte (Osteoporose) bekannt ist, sollte ein Hexenschuss nicht bagatellisiert werden. Erwähnen Sie auch unbedingt, wenn Sie vor kurzem eine Spritze in den Bereich der Lendenwirbelsäule erhalten haben. Es könnte sich dann um eine nachfolgende Infektion handeln.

Warnzeichen: Wann Sie beim Hexenschuss den Notarzt rufen müssen

  • Taubheitsgefühle im Analbereich oder in den Beinen
  • plötzliche Störung der Blasen- und/oder Mastdarmfunktion
  • Ausstrahlung der Schmerzen
  • Kraftverlust oder Lähmungen
  • Wandern der Schmerzen nach oben

Wann sollten Sie bei einem Hexenschuss den Notarzt rufen?

Anhaltende Taubheitsgefühle im Bereich von Anus und Beinen oder eine plötzliche Störung der Blasen- oder Mastdarmfunktion können auf ein sogenanntes Conus-Cauda-Syndrom hinweisen, bei dem es sich um einen medizinischen Notfall handelt. Das Conus-Cauda-Syndrom ist ein Sonderfall des Bandscheibenvorfalls und wird durch eine sehr große Raumforderung im Rückenmarkskanal, die durch einen ausgeprägten Bandscheibenvorfall oder einen Tumor entstehen kann, ausgelöst. Ohne sofortige Operation können der Funktionsverlust von Blase und Mastdarm sowie Taubheitsgefühle und Lähmungen der Beine für immer bestehen bleiben.
Ausstrahlende Schmerzen oder eine Kraftminderung der Muskeln deuten auf die Quetschung eines Nervens im Rahmen eines Bandscheibenvorfalls hin und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wenn die Schmerzen nach oben wandern, ist es möglich, dass der Schmerz nicht von der Lendenwirbelsäule, sondern von der Hauptschlagader (Aorta) kommt. Bei einer sogenannten Aortendissektion bildet sich ein Hohlraum in der Gefäßwand. Die Aufspaltung der Gefäßwand kann sich im Verlauf fortsetzen und beim Erreichen des Herzens zu einem Herzinfarkt führen. Möglich ist auch das Ausbilden einer Aussackung (Aneurysma), die beim Aufplatzen zu einer massiven Blutung führt.

Warum Bildgebung bei Rückenschmerzen nicht immer sinnvoll ist

Viele Patienten wundern sich, dass bei bestehenden Schmerzen bloß eine körperliche Untersuchung, aber keine Bildgebung mittels Röntgen oder CT erfolgt. Dies lässt sich einerseits dadurch begründen, dass in den meisten Fällen keine körperliche Ursache des Hexenschusses vorliegt. Die Strahlenbelastung durch Röntgen-Untersuchungen kann den Patienten so erspart bleiben. Andererseits zeigt sich bei unnötiger Diagnostik eine häufigere Chronifizierung der Rückenschmerzen, was mit einer psychischen Fixierung auf den Hexenschuss zusammenhängt.
Die Schmerzen beim Hexenschuss verschwinden üblicherweise nach wenigen Tagen. Zur Linderung können Sie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, Wärmeanwendungen, moderate Bewegung und Dehnübungen anwenden. Sollten die Rückenschmerzen nach sechs Wochen immer noch bestehen, kann eine Bildgebung der Wirbelsäule erwogen werden.

Ein Hexenschuss ist üblicherweise harmlos. In 85 Prozent der Fälle lässt sich keine körperliche Ursache finden. In den übrigen Fällen, bei denen ein körperlicher Auslöser identifiziert werden kann, handelt es sich selten um einen akuten Notfall. Taubheitsgefühle, Lähmungserscheinungen sowie Störungen der Blasen- oder Mastdarmfunktion sind Warnzeichen, bei denen Sie den Notarzt rufen sollten!

Quellen:

MIAMED Amboss Klinik Arzt-Modus (kostenpflichtiger Arzt-Zugang). Stichworte: Lumbago, Lumbalgie, Kreuzschmerz, Nervus ischiadicus, Conus-Cauda-Syndrom; zuletzt aufgerufen am 14.03.19

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