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Lebenserwartung bei Herzinsuffizienz

Wie beeinflusst eine Herzinsuffizienz die Lebenserwartung?

Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leidet an einer Herzinsuffizienz. Von den Bürgern, die älter als 60 Jahre sind, ist sogar jeder Zehnte betroffen und mit der zunehmenden Lebenserwartung wird die Herzinsuffizienz häufiger. Mit der Erkrankung geht eine Verkürzung der Lebenserwartung einher, deren Ausmaß sich jedoch mit Medikamenten und angemessenen Verhaltensweisen beeinflussen lässt.

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Sie können sich immer dann an Medlanes wenden, wenn Sie Schmerzen, Symptome oder Beschwerden haben, bei denen Sie ansonsten einen niedergelassenen Arzt konsultieren würden. Unser ärztlicher Notdienst hilft Ihnen bei akuten Beschwerden, steht Ihnen jedoch ebenfalls für regelmäßige Hausbesuche zur Verfügung. Bei Bedarf verschreibt Ihnen der Arzt natürlich auch Medikamente oder stellt Ihnen eine Krankschreibung aus.

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Bei der Herzinsuffizienz erbringt das Herz nicht mehr die volle Pumpleistung. Je nachdem, welche Herzhälfte betroffen ist, spricht man von einer Rechts- oder Linksherzinsuffizienz oder einer generalisierten Herzinsuffizienz, wenn beide Herzhälften betroffen sind. Bei der Rechtsherzinsuffizienz staut sich das Blut zurück in den Körperkreislauf, weil die rechte Herzhälfte es nicht mehr schafft, das Blut adäquat in den Lungenkreislauf zu pumpen. Patienten mit Rechtsherzinsuffizienz klagen über dicke Beine, die durch Wassereinlagerungen entstehen. Meist werden diese Beinödeme über Nacht bei hochgelegten Beinen kleiner, weil das Wasser zurück in den Körperkreislauf fließt. In der Folge müssen Patienten in der Nacht mehrmals die Toilette aufsuchen. Zudem staut sich das Blut auch in der Leber, im Magen und in den Nieren, wodurch diese Organe geschädigt werden.

Bei der Linksherzinsuffizienz fehlt es der linken Herzhälfte an Pumpkraft, sodass es zum Blutstau in der Lunge kommt. Durch die Flüssigkeit in der Lunge fällt das Atmen schwer und besonders nachts treten Hustenanfälle (Asthma cardiale) auf.

Wovon ist die Lebenserwartung abhängig?

Die Lebenserwartung hängt von der Schwere der Herzinsuffizienz und deren Therapie sowie von Begleiterkrankungen und individuellen Faktoren ab. Die Schweregrade werden nach der NYHA-Klassifikation (New York Heart Association) eingeteilt und richten sich nach dem Auftreten von Luftnot. Bei NYHA I lässt sich zwar eine Herzschwäche nachweisen, der Patient leidet jedoch nicht unter Beschwerden. Ab NYHA II tritt Luftnot auf, zunächst jedoch nur bei mindestens mittelschwerer Belastung. Ein Beispiel für eine mittelschwere körperliche Anstrengung ist das Treppensteigen über zwei Stockwerke. Bei NYHA III beklagen Patienten bereits nach einem Stockwerk Treppensteigen, also leichter körperlicher Belastung, Luftnot. Wenn bereits in Ruhe Luftnot besteht, handelt es sich um NYHA IV. Die Lebenserwartung sinkt mit dem steigenden Stadium.

Ohne Behandlung sterben weniger als zehn Prozent der Patienten mit NYHA I innerhalb eines Jahres. Bei NYHA II sind es bereits 15 Prozent und bei NYHA III steigt der Anteil auf 25 %. Von den Patienten mit NYHA IV stirbt unbehandelt jeder zweite innerhalb von nur einem Jahr! Die Prognose einer unbehandelten Herzinsuffizienz ist folglich ungünstig. Sie lässt sich jedoch mit der richtigen Therapie und Tipps zu Verhaltens- und Lebensweisen deutlich verbessern!

Schweregrade der Herzinsuffizienz und ihre 1-Jahres-Sterblichkeit ohne Therapie:

– NYHA I: keine Beschwerden; 10 % versterben innerhalb eines Jahres

– NYHA II: Beschwerden bei mindestens mittelschwerer Anstrengung; 15 % versterben innerhalb eines Jahres

– NYHA III: Beschwerden bei leichter Anstrengung; 25 % versterben innerhalb eines Jahres

– NYHA IV: Beschwerden in Ruhe; 50 % versterben innerhalb eines Jahres

Warum schränkt eine Herzinsuffizienz die Lebenserwartung ein?

Bei einer Herzinsuffizienz kommt es zu einer fortschreitenden Schädigung mehrerer Organe. Zusätzlich können zuweilen tödliche Komplikationen auftreten. Zu diesen Komplikationen gehören unter anderem Herzrhythmusstörungen, Bildung von Gerinnseln mit der Gefahr eines darauffolgenden Schlaganfalls, Herzversagen und akutes Nierenversagen. Die Ursachen, die zu solchen Komplikationen führen, sind vielfältig. In manchen Fällen reicht eine Infektion aus, um eine kardiale Dekompensation (Herzversagen) mit Lungenödem (Wasser in der Lunge) und schwerer Luftnot auszulösen.

Ob die Therapie der Herzinsuffizienz ausreichend ist oder ob Komplikationen drohen, muss überwacht werden. Am wichtigsten ist, dass der Patient sich jeden Tag wiegt und bei einer Zunahme von mehr als zwei Kilogramm innerhalb von drei Tagen einen Arzt aufsucht! Wahrscheinlich handelt es sich bei dieser schnellen Gewichtszunahme nämlich um Wasser, das sich vor einer oder beiden Herzhälften sammelt. Bei Reisen sollten Patienten mit Herzinsuffizienz immer einen aktuellen Arztbrief oder Ähnliches bei sich tragen und möglichst Reiseziele ansteuern, in denen eine gute Infrastruktur und angemessene medizinische Versorgung gewährleistet sind.

Wodurch lässt sich die Lebenserwartung verbessern?

In der Therapie der Herzinsuffizienz kommen Medikamente zum Einsatz, die “nur” die Beschwerden verbessern. Dazu zählen Entwässerungsmittel (Diuretika) und Digitalisglykoside. Digitalis, die Heilpflanze Fingerhut, verbessert die Herzmuskelkraft und verlangsamt den Herzschlag ein wenig, um weniger Energie zu verbrauchen und auf diese Weise das Herz zu schonen.

Zusätzlich werden Arzneimittel verordnet, die sowohl die Beschwerden als auch die Prognose verbessern und somit die Lebenserwartung verlängern können. Hierunter fallen Beta-Blocker, ACE-Hemmer und Sartane sowie Aldosteron-Antagonisten. Diese Medikamente haben gemeinsam, dass sie den Blutdruck senken, wodurch das Herz weniger Kraft für das Pumpen des Blutes in den Körperkreislauf aufwenden muss. ACE-Hemmer wie Ramipril, Lisinopril, Enalapril und Captopril verhindern zudem schädliche Umbauprozesse am Herzmuskel und schützen zusätzlich die Nieren. Sartane wie Valsartan, Candesartan und Losartan sind hinsichtlich der Wirkung mit den ACE-Hemmern vergleichbar. In manchen Fällen ist ein Herzschrittmacher oder eine Herztransplantation erforderlich, um die Lebenserwartung zu verbessern.

Die Herzinsuffizienz ist unbehandelt eine Erkrankung mit ungünstiger Prognose. Die Lebenserwartung lässt sich durch eine angemessene Therapie, regelmäßige Kontrollen und umsichtiges Verhalten deutlich verbessern.

Quellen:

MIAMED Amboss Klinik Arzt-Modus (kostenpflichtiger Arzt-Zugang). Stichworte: Herzinsuffizienz, NYHA-Klassifikation, ACE-Hemmer, Herzglykoside; zuletzt aufgerufen am 09.01.19

Bild: Halfpoint/Shutterstock

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