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Rauer Hals: Ursachen und Behandlung

Ein trockener, kratziger, rauer Hals ist ein häufiges Symptom – insbesondere in den kalten Wintermonaten, wenn die Luft durch die Heizungen in Räumen und insbesondere in Fahrzeugen trocken ist und sich Infektionen der oberen Atemwege ausbreiten. Normalerweise ist ein trockener Hals ein Symptom für eine eher harmlose Erkrankung. Diese darf aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden, dann daraus können sich auch chronische Prozesse entwickeln.

Ursachen für das trockene Gefühl im Rachen

Dehydratisierung

Die Trockenheit im Rachen, ein rauer Hals kann einfach ein Zeichen dafür sein, dass Sie nicht genug getrunken haben. Wenn Sie dehydriert sind, also zu wenig Flüssigkeit im Körper vorhanden ist, produziert Ihr Körper Speichel in einer Menge, die nicht ausreicht, um Mund und Rachen zu befeuchtet. 
Symptome für eine Dehydratisierung können ein trockener Mund, permanentes Durstgefühl oder ein dunkler, meist stark riechender Urin, dessen Menge deutlich niedriger als gewöhnlich ist. Überdies können Ermüdungserscheinungen und ein Schwindelgefühl auftreten. 
Um eine Dehydratisierung zu verhindern oder zu behandeln, sollten Männer mindesten 1,5l , Frauen 1,2l Flüssigkeit zu sich nehmen. Zudem sind Obst und Gemüse wichtig, denn daraus gewinnt der Körper rund 20% seines Wasserbedarfs.
Zu den Flüssigkeiten zählen Wasser, Sportgetränke und Fruchtsäfte. Tabu sind Kaffee, schwarzer Tee, koffeinhaltige Limonaden sowie jede Art von Alkohol, denn diese Getränke wirken dehydratisierend, beschleunigen also das Ausscheiden von Wasser aus dem Körper. 

Rauer Hals durch Schlafen mit offenem Mund

Wenn Sie jeden Morgen mit trockenem Mund aufwachen, besteht das Problem möglicherweise darin, dass Sie mit offenem Mund schlafen. Damit Sie möglichst tief schlafen können, reduzieren die Speicheldrüsen ihre Produktion während des Schlafes, damit sich nicht zu viel dieser Flüssigkeit im Mund oder im Rachen ansammelt. Schlafen Sie mit geöffnetem Mund, trocknet die Luft Mund und Rachen aus.
Diese sogenannte Mundatmung kann mehrere Symptome verursachen, darunter einen schlechten Atem und einen leicht fauligen Geschmack. Außerdem ist Schnarchen eine häufige Folge. Geht dieses Symptom mit permanenter Müdigkeit auch nach ausreichend Schlaf einher, kann sich eine obstruktive Schlafapnoe entwickelt haben. Dann sollte unbedingt ein Schlaflabor konsultiert werden. Eine Schlafapnoe ist ein Zustand, bei dem die gesamte Nacht über die Atmung immer wieder unterbrochen wird. Das können kurze Atemstillstände sein. Es gibt aber auch Patienten, bei denen die Atmung für mehrere Minuten aussetzt. Dies ist eine Extrembelastung für das Gehirn, die Lungen und das Herz und kann unbehandelt auf Dauer zum unvermuteten Tod im Schlaf führen. 
Eine Überlastung oder Blockade der Nasennebenhöhlen durch eine Erkältung oder eine allergische Reaktion wie einen Heuschnupfen kann ebenfalls zur Mundatmung führen.
Wenn Sie ein Problem mit den Nasennebenhöhlen haben oder unter Sekretstau leiden, bringen Sie einen Noppenstreifen an Ihrem Nasenrücken an, um die Nase offen zu halten. Dieses Produkt ist auch als Nasenpflaster bekannt. Ist eine obstruktive Schlafapnoe die Ursache, kann Ihr Arzt im Schlaflabor eine orale Apparatur verschreiben, die Ihren Kiefer neu positioniert. Oder Ihnen wird eine CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) verordnet. Dann schlafen Sie zukünftig mit einer Art Beatmungsgerät. Dieses kontrolliert permanent den Luftdruck in Ihren Lungen und sorgt durch einen voreingestellten Eigendruck dafür, dass die Atemwege offen bleiben. 

Heuschnupfen und andere Allergien im Bereich der oberen Atemwege

Saisonale Allergien wie der Heuschnupfen oder eine Birkenpollenallergie oder permanent auftretende Reizungen wie bei einer Hausstauballergie, werden durch eine Überreaktion des Immunsystems auf normalerweise harmlose Substanzen verursacht. Häufige Allergie-Auslöser sind Gräser, Pollen, Haustiere, Schimmel sowie Staubmilben. 
Nimmt Ihr Immunsystem ein Allergen wahr, werden Histamine freigesetzt. In der Folge kann die Nase laufen oder verstopft ein. Häufiges Niesen oder Husten ist möglich, genau wie ein Juckreiz an Augen, Mund oder Haut. Außerdem kann bei einer Allergie der zusätzlich produzierte Schleim in den Rachen tropfen, wodurch ich ein sogenannter postnasaler Tropf bilden kann. In der Folge kann sich Ihr Hals sich wund anfühlen.
Das Meiden der Allergene ist ein Weg, den Folgen auszuweichen. Außerdem können sie sich von einem Allergologen hypersensibilisieren lassen. Ist diese Behandlung erfolgreich, ist die Allergie verschwunden. Zur akuten Therapie können Antihistaminika und Mittel zur Abschwellung der Schleimhäute angewendet werden. Letztere haben aber den Nebeneffekt, dass bei längerer Anwendung, die Dosis in der Regel ständig erhöht werden muss, um einen therapeutischen Erfolg zu erzielen. Außerdem kann bie häufiger Anwendung eine Gewöhnung eintreten. Dann schwellen die Schleimhäute ständig an, auch wenn keine Allergene vorhanden sind. 

Die Erkältung und der Schnupfen 

Die pathologische Vorgang wird in der Regel durch Viren verursacht. Die Infektion kann dazu führen, dass sich Ihr Hals trocken und kratzig anfühlt. Die Symptome ähneln denen des Heuschnupfens. Allerdings treten zusätzlich in er Regel Gliederschmerzen, ein leichtes Fieber und Kopfschmerzen auf. Oft werden Erkältungen mit Antibiotika therapiert, was generell falsch ist. Antibiotika bekämpfen ausschließlich Bakterien, keine Viren. Deshalb gibt es derzeit kein Mittel, dass direkt die Ursachen der Erkältung, also die Viren bekämpft. Grund dafür ist, dass Viren sich ständig verändern und Dutzende Virenarten eine Erkältung auslösen können.
Allerdings lassen sich die Symptome erheblich reduzieren. Um die Schmerzen im Hals und im Körper bekämpfen, helfen Mittel wie Paracetamol oder Ibuprofen. Halspastillen, warme Flüssigkeiten wie Brühe oder Tee, das Gurgeln mit Salzwasser, ein abschwellendes Nasenspray und viel Ruhe helfen über die schlimmste Zeit hinweg. 

Darüber hinaus können eine viral bedingte Grippe mit Schüttelfrost, hohem Fieber und Erbrechen oder Durchfall für den rauen Hals verantwortlich sein. Auch bei einer Lungenentzündung, einer Bronchitis, einer Nebenhöhleninfektion (Sinusitis), einer Ohren-Infektion oder bei einem Asthmaanfall ist ein rauer Hals eine häufige Folge. Diese Erkrankungen erfordern die umgehende Konsultation bei einem Arzt und sollten in keinem Fall selbst therapiert werden.

Bild: Shutterstock

 

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