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Orthopnoe: Plötzliche Luftnot im Liegen

Orthopnoe: Plötzliche Luftnot im Liegen

Der Begriff “Orthopnoe” setzt sich aus den griechischen Worten “orthos”, was “aufrecht” bedeutet, und “pnoe”, was mit “Atem” übersetzt werden kann, zusammen. Orthopnoe beschreibt einen Zustand von Luftnot, der durch eine aufrechte Haltung gebessert und durch Liegen verschlimmert wird. Auslöser können verschiedene Grunderkrankungen sein.

Was ist Orthopnoe?

Bei der Orthopnoe handelt es sich um Luftnot im Liegen. Das Zwerchfell, das die Hauptarbeit beim Atmen verrichtet, schafft es nicht mehr, eine tiefe Atmung zu ermöglich. Um die Atmung zu verbessern, müssen Betroffene zusätzliche Muskeln einsetzen. Bei der Atemhilfsmuskulatur handelt es sich um die Muskeln zwischen den Rippen, die Brustmuskeln, die Bauchmuskeln und einen Teil der Halsmuskeln. Damit diese Muskeln beim Atmen helfen können, müssen Patienten sich aufrecht hinsetzen – daher stammt der Begriff “Orthopnoe“. Die Arme werden entweder auf die Oberschenkel oder eine Tischplatte aufgestützt. Diese Sitzhaltung wird auch als Kutschersitz bezeichnet.

Wodurch kann Orthopnoe entstehen?

Orthopnoe ist keine eigenständige Erkrankung, sondern Symptom eines Grundproblems. Als Ursachen kommen Herz- und Lungenerkrankungen in Frage, die sich zum Teil auch direkt aufeinander auswirken. Ein Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge) kann beispielsweise als Folge einer Herzschwäche entstehen. Mögliche ursächliche Erkrankungen sind unter anderem (Links-)Herzschwäche, akutes Koronarsyndrom, Herzinfarkt, Lungenödem, Lungenentzündung und Asthma bronchiale.

Mögliche Grunderkrankungen mit Orthopnoe:

  • (Links-)Herzschwäche
  • akutes Koronarsyndrom und Herzinfarkt
  • Lungenödem
  • Lungenentzündung mit Pleuraerguss
  • Asthma bronchiale

Linksherzschwäche (Linksherzinsuffizienz)

Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leiden an Herzschwäche. Von der Bevölkerung über 60 Jahre sind sogar zehn Prozent betroffen. Eine Herzschwäche entsteht am häufigsten durch Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit (KHK), die zu einem Herzinfarkt führen. Ebenso können Klappenveränderungen, Herzmuskelerkrankungen und Herzrhythmusstörungen ursächlich sein.

Orthopnoe entsteht hauptsächlich als Symptom einer Schwäche des linken Herzens. In den Vorhof des linken Herzens münden die Lungenvenen, die sauerstoffreiches Blut führen. Vom linken Vorhof fließt das Blut in die linke Kammer und wird von dort in den Körperkreislauf gepumpt. Bei einer Linksherzschwäche schafft das Herz es nicht mehr, ausreichend Blut hinaus zu pumpen. Es entsteht ein Rückstau vor dem linken Vorhof, sodass Blut vermehrt in der Lunge stehen bleibt. Dadurch wird die Atmung beeinträchtigt und es entsteht Luftnot, die zunächst nur bei Anstrengung und später auch im Liegen auftritt.

Lungenentzündung (Pneumonie) und Pleuraerguss

Eine Lungenentzündung entsteht am häufigsten durch Bakterien oder Viren, seltener durch Pilze. Bei der bakteriellen Entzündung eines Lungenlappens setzt typischerweise plötzlich hohes Fieber ein und beim Husten wird gelblich-grünlicher Auswurf hinausbefördert. Betroffene fühlen sich sehr krank und atmen schnell. Das Auftreten von Orthopnoe im Verlauf ist möglich. Eine Krankenhausbehandlung ist dann notwendig, wenn die Atemfrequenz höher als 30 pro Minute, das Alter höher als 65 Jahre oder der Blutdruck zu niedrig ist. Außerdem sollten Patienten, die schläfrig und nicht mehr bei klarem Bewusstsein sind, in ein Krankenhaus gebracht werden. Als Komplikation kann sich im Rahmen einer Lungenentzündung ein Pleuraerguss bilden. Ein Pleuraerguss beschreibt die Ansammlung von Flüssigkeit zwischen Lungengewebe und Brustwand. Ein ausgeprägter Erguss führt zur Luftnot und kann Orthopnoe hervorrufen. Wenn der Erguss Luftnot macht, muss die Flüssigkeit im Rahmen einer Punktion abgelassen werden.

Wie lassen sich die Beschwerden lindern?

Patienten sollten eine aufrechte Sitzhaltung einnehmen, um die Atemhilfsmuskulatur einsetzen zu können. Gegen das Erstickungsgefühl kann es helfen, das Fenster zu öffnen und frische Luft in den Raum zu lassen. Eventuell können Betroffene sich auch aufrecht ans Fenster stellen.

Das weitere Vorgehen sollte sich an der ursächlichen Erkrankung und möglichen weiteren Beschwerden orientieren. Asthma-Patienten sollten ihr Notfall-Spray benutzen. Herzkranke Patienten, die neben der plötzlich aufgetretenen Luftnot über Brustschmerzen klagen, sollten den Rettungsdienst rufen, da es sich um einen Herzinfarkt handeln könnte.

Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

Wenn plötzlich zum ersten Mal Orthopnoe auftritt, sollte ein Notarzt gerufen werden. Dieser kann den Patienten bei Bedarf in eine Klinik bringen, wo abgeklärt werden kann, wodurch die Orthopnoe hervorgerufen wurde. Zudem sollte ein Arzt gerufen werden, wenn zusätzlich zur Luftnot hohes Fieber besteht oder wenn sich ein bekanntes Asthma bronchiale trotz Notfall-Medikation nicht kontrollieren lässt.

Asthma-Patienten, die schon häufiger solche Beschwerden verspürt haben und deren Beschwerden auf die Notfall-Medikamente ansprechen, benötigen nicht zwangsläufig ärztliche Hilfe.

Orthopnoe ist ein Symptom einer verursachenden Grunderkrankung des Herzens oder der Lungen. Während vor allem Asthma-Patienten wiederkehrend an dieser Form der Luftnot leiden, ist die plötzliche Luftnot im Liegen bei Herz-Patienten möglicherweise ein Hinweis auf einen Herzinfarkt.

Quellen:

MIAMED Amboss Klinik Arzt-Modus (kostenpflichtiger Arzt-Zugang). Stichworte: Orthopnoe, Herzinsuffizienz, Pneumonie, Pleuraerguss; zuletzt aufgerufen am 06.01.19

Bild: EBS Professional/Shutterstock.com

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