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Allergisches Asthma

Allergisches Asthma

Der Begriff “Asthma” leitet sich vom griechischen “aisthein” ab, was “keuchen” bedeutet. Beim Asthma bronchiale kommt es zu einer Verengung der Bronchien, zum Beispiel in Folge einer allergischen Reaktion. Beim allergischen Asthma handelt es sich um eine häufige Unterform des Asthma bronchiale, von dem rund ein Zehntel aller Kinder betroffen ist.

Was ist allergisches Asthma?

Das allergische Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung von Kindern in Deutschland. Auslöser sind vor allem Pollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben, Tierhaare und Mehlstaub. In der Kindheit sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen, im Erwachsenenalter entwickeln jedoch Frauen häufiger als Männer Asthma.

Asthma ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, bei der es wiederkehrend zur Verengung der Bronchien kommt, wodurch das Ausatmen erschwert wird. Bei einem akuten Asthmaanfall kommt es begleitend zu einem Gefühl von Brustenge und nicht selten zur Erstickungsangst. Zu möglichen Begleitsymptomen gehören außerdem häufiges Räuspern, trockener Husten und Kurzatmigkeit.

Was sind Risikofaktoren für die Entwicklung eines allergischen Asthmas?

Bestimmte Gene können das Risiko dafür erhöhen, an allergischem Asthma zu erkranken. Eine weitere Risikoerhöhung besteht bei Übergewicht, psychischem Stress und bei häufigem Einatmen von Tabakrauch. Wenn Kinder mindestens vier Monate lang ausschließlich gestillt wurden, entwickeln sie seltener allergische Erkrankungen. Während der Schwangerschaft sollte die Mutter unbedingt auf das Rauchen verzichten und auch nicht passiv rauchen! Außerdem sollten Breitspektrum-Antibiotika und Paracetamol möglichst nicht eingenommen werden. Die Aufnahme von Probiotika, ungesättigten Fettsäuren sowie Vitamin D und E scheint das Asthma-Risiko für das Kind zu reduzieren. Eine vaginale Geburt scheint ein geringeres Asthma-Risiko für das Kind darzustellen als eine Kaiserschnitt-Geburt.

Kinder sollten nicht in einer Umgebung mit feuchter Raumluft und Schimmel aufwachsen und keine schädlichen Gase wie Kfz-Abgase oder Tabakrauch einatmen. Der frühe Kontakt zu anderen Kindern, beispielsweise im Kindergarten, reduziert das Asthma-Risiko.

Wie wird allergisches Asthma behandelt?

Zunächst ist es ratsam, auslösende Faktoren zu meiden. Das beinhaltet beispielsweise die Verwendung von hypoallergener Bettwäsche, um die Asthmaanfälle aufgrund von Hausstaubmilben zu beenden. Haustiere, auf die allergisch reagiert wird, müssen eventuell abgegeben werden. Bei saisonalem Asthma mit Reaktion auf Pollen sollte je nach Pollenflug die Aktivität an der frischen Luft reduziert werden. Zudem sollte Tabakrauch gemieden werden. Eine mögliche Heilung besteht in der Hyposensibilisierung.

Das Ziel der Asthma-Therapie ist es, ein möglichst beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Jeder Asthma-Patient sollte regelmäßig im angemessenen Maß Sport treiben und ein normales Körpergewicht halten.

Zum Einsatz in der medikamentösen Therapie kommen Medikamente, die die Bronchien weiten (Sympathomimetika wie Salbutamol und Anticholinergika wie Ipratropiumbromid), und Arzneimittel gegen die allergische Reaktion (Corticosteroide wie Budesonid). Das vom Arzt verschriebene Notfall-Spray sollten Patienten mit Asthma bronchiale immer bei sich tragen!

Hyposensibilisierung

Die spezifische Immuntherapie, auch als Hyposensibilisierung bezeichnet, wird Patienten angeboten, die jünger als 55 Jahre und gegen einzelne Allergene allergisch sind. Die Beschwerden sollten noch nicht länger als fünf Jahre bestehen. Das Prinzip der spezifischen Immuntherapie besteht in der schrittweisen Gewöhnung des Körpers an das Allergen. Pollen, Tierhaare oder die Ausscheidungen von Hausstaubmilben sind eigentlich völlig harmlos. Bei Menschen mit allergischem Asthma reagiert das Immunsystem aber trotzdem auf diese Allergene als wären es gefährliche Giftstoffe. Durch die spezifische Immuntherapie lernt das Immunsystem, dass es nichts zu bekämpfen gibt. Die Dosen des verabreichten Allergens werden ganz langsam gesteigert, um keine allergische Reaktion auszulösen. Verabreicht werden die Allergen-Dosen entweder als Spritze in das Unterhautfettgewebe (subkutan) oder als Tabletten, die unter die Zunge gelegt werden, bis sie schmelzen.

Eine Hyposensibilisierung dauert mindestens drei Jahre und ist bei etwa zwei Dritteln der Patienten erfolgreich. Die Chancen auf eine Heilung sind bei jüngeren Patienten höher als bei Älteren und bei allergischer Reaktion auf nur ein Allergen größer als bei Reaktion auf mehrere Allergene.

Vorgehen beim akuten Asthmaanfall

Beim akuten Asthmaanfall erhöhen sich Atem- und Pulsfrequenz der Patienten. Bei einem leichten bis mittelschweren Anfall können Betroffene noch ganz normal sprechen. Bei einem schweren Anfall fällt das Sprechen aufgrund der Luftnot bereits schwer. In jedem Fall sollten Betroffene dazu angehalten werden, atemerleichternde Manöver wie die Lippenbremse durchzuführen. Bei der Lippenbremse soll der Patient so tun, als würde er eine Kerze auspusten wollen. Atemerleichternd wirkt zusätzlich eine aufrecht sitzende Haltung, bei der die Arme aufgestützt werden. Unbedingt sollte das Notfall-Spray, zum Beispiel “Sultanol” mit dem Wirkstoff Salbutamol zum Einsatz kommen! Zwei bis vier Hübe sollten hintereinander verabreicht werden. Nach zehn Minuten können erneut zwei bis vier Hübe verabreicht werden, sofern es notwendig ist. Zudem sollten Glucocorticoide als Tablette, intravenös oder als Zäpfchen gegeben werden.

Wenn ein schwerer Asthmaanfall in einen lebensbedrohlichen Zustand übergeht, sind keine Atemgeräusche mehr zu hören, der Puls wird langsam und die Haut scheint bläulich. Solche Patienten gehören umgehend in die Hände eines Notarztes und müssen im Krankenhaus behandelt werden!

Das ist beim Asthmaanfall zu tun:

– Lippenbremse

– aufrecht sitzende Position mit aufgestützten Armen

– Notfall-Spray

– Glucocorticoide

– ggf. Notarzt rufen (bei schwerem oder lebensbedrohlichem Anfall)

Allergisches Asthma ist eine häufige Erkrankung im Kindesalter und kann im Verlauf der Pubertät von selbst ausheilen. Obwohl es sich um eine chronische Krankheit handelt, sollten Betroffene ein ganz normales Leben mit sportlichen Aktivitäten führen. Um dies zu ermöglichen, ist die Einhaltung der ärztlich angeordneten Therapie und die regelmäßige Kontrolle erforderlich.

Quellen:

MIAMED Amboss Klinik Arzt-Modus (kostenpflichtiger Arzt-Zugang). Stichworte: Asthma bronchiale, allergisches Asthma, akuter Asthmaanfall – Procedere, spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung); zuletzt aufgerufen am 06.01.19

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